Nach der Zeitumstellung: wie Senioren im Dunkeln gesehen werden, zu Fuß und mit Rollator
Wer im Dunkeln dunkel gekleidet unterwegs ist, wird von Autofahrern nach Angaben des ADAC erst aus rund 25 Metern erkannt, mit reflektierendem Material bis zu 140 Meter weit. Bei 50 km/h braucht ein Auto rund 28 Meter zum Anhalten. Seit gestern gilt die Winterzeit, und der Weg vom Einkauf, vom Arzt oder vom Kaffeetrinken fällt jetzt oft in die Dämmerung. Für Senioren zu Fuß oder mit Rollator heißt das aus meiner Sicht: sichtbar machen, bevor es dunkel wird. Hier steht, was dabei helfen kann, wie der Rollator Reflektoren bekommt und wie man selbst sicherer geht.

Die Zahlen stammen von ADAC und Verkehrssicherheitsrat, die Gehregeln aus der Straßenverkehrs-Ordnung, alles am Ende verlinkt. Was ich daraus für den Weg zu Fuß und mit Rollator ableite, sind Empfehlungen: Sie verbessern die Chancen, gesehen zu werden, eine Gewähr dafür gibt es nicht.
Warum die Wochen nach der Zeitumstellung heikel sind
Die Uhr springt zurück, und am Montag darauf ist es eine Stunde früher dunkel. Die Wege bleiben dieselben, die Kleidung auch: die dunkle Winterjacke, die graue Mütze. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat schreibt, dass von November bis Januar im Schnitt ein Drittel mehr Fußgänger verunglücken. Der ADAC hat für das Jahr 2020 ausgewertet, dass 48,4 Prozent der getöteten Fußgänger bei Dämmerung oder Dunkelheit ums Leben kamen. Ein häufiger Grund liegt nicht beim Menschen zu Fuß: Fußgänger werden laut ADAC im Dunkeln oft übersehen, dunkel gekleidete erst sehr spät erkannt.
Was sichtbar macht: hell, reflektierend, geprüft
- Reflektorbänder an Armen oder Beinen. Der DVR nennt sie ausdrücklich als nützlich. Sie lassen sich über jede Jacke ziehen und passen in die Manteltasche.
- Warnweste über der Jacke. Nicht schön, aber auf dunklen Landstraßen und ohne Gehweg eine sehr auffällige Lösung. Laut DVR ist man mit reflektierender Kleidung bis zu 150 Meter weit zu sehen.
- Helle Kleidung. Kann helfen, aber weniger als Reflektoren: laut ADAC rund 80 Meter statt 25.
- Auf die Norm achten. Der DVR rät, bei Reflektoren auf DIN EN 13356 zu achten.
- Eine Taschenlampe. Sie zeigt Stufen, Laub und Pfützen und kann zugleich auf Sie aufmerksam machen. Kleine Modelle passen in die Rollatortasche.
Reflektoren vor dem Losgehen anlegen. Die Reflektoren gehören an die Jacke an der Garderobe, dann sind sie nicht vergessen, wenn es unterwegs dämmert. Ein Satz Bänder in jeder Jacke, die im Winter getragen wird.
Der Rollator im Dunkeln: Reflexband, Tasche, Person
Manche Rollatoren haben ab Werk nur kleine Reflektoren. Dann ist das Gerät von vorn und von der Seite oft schlecht zu sehen. Das ZQP schreibt, dass Reflektoren am Rollator die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und im Dunkeln nicht verdeckt sein dürfen. Selbstklebendes Reflexband an den vorderen Rohren und quer über das hintere Rohr kann helfen, eine Rollatortasche mit Reflektor kommt dazu. Das ZQP rät Rollatornutzern im Ratgeber, bei Dunkelheit helle oder reflektierende Kleidung zu tragen. Der Rollator allein macht den Menschen dahinter nicht unbedingt sichtbar.
Rollatortaschen mit Reflektoren und Befestigung für die Griffe gibt es auf der Seite Rollatortaschen für Senioren. Wer ohnehin über einen neuen Rollator nachdenkt, findet Modelle mit guten Bremsen und großen Rädern für draußen unter Rollatoren für Senioren.
Sicherer gehen: was die StVO sagt und was sonst hilft
Die Straßenverkehrs-Ordnung regelt in § 25, wie Fußgänger gehen: Gehwege sind zu benutzen. Gibt es weder Gehweg noch Seitenstreifen, geht man außerorts am linken Fahrbahnrand, wenn das zumutbar ist, also dem Verkehr entgegen. Bei Dunkelheit und schlechter Sicht muss einzeln hintereinander gegangen werden. Dazu kommt ein Rat des DVR, der oft vergessen wird: Blickkontakt mit dem Fahrer suchen. Wer den Fahrer nicht sieht, sollte nicht davon ausgehen, gesehen zu werden.
Die Deutsche Verkehrswacht bietet Programme für sichere Mobilität im Alter an, etwa das Training „sicher mobil“. Wer mit dem Rollator unsicher ist, kann sich dort oder in der Physiotherapie begleiten lassen. Mit einem Probegang allein im Dunkeln sollte niemand anfangen.
Zwei Helfer für den Weg in der Dämmerung
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Das selbstklebende Reflektorband. Zum Zuschneiden, für Rollatorrohre, Taschen, Gehstock oder Jacke. Laut Hersteller mit reflektierendem Material von 3M. Vielfach bewertet, Käufer loben die helle Reflexion und die Haftung auf verschiedenen Oberflächen. Zu bedenken: Die Meinungen zur Haltbarkeit sind gemischt, auf Rohren mit Rundung vorher sauber und fettfrei machen und nach einigen Wochen prüfen.
Die Warnweste. Über der Winterjacke gut sichtbar, mit Taschen für Schlüssel und Taschenlampe. Laut Hersteller nach EN-Norm für Warnkleidung. Zu bedenken: Die Größe großzügig wählen, damit sie über die dicke Jacke passt, und wer die Weste nicht mag, greift zu Reflektorbändern an Armen und Beinen.
Wichtig: Reflektoren machen sichtbar, sie ersetzen keine Vorsicht. Auch mit Weste und Reflexband empfehle ich: Blickkontakt suchen, im Zweifel warten, an Ampel oder Zebrastreifen queren. Wer sich im Dunkeln unsicher fühlt, verlegt Wege in die hellen Stunden oder geht in Begleitung.
Fragen zum Gesehenwerden im Dunkeln
Ab welcher Entfernung sieht ein Autofahrer einen Fußgänger im Dunkeln?
Nach Angaben des ADAC einen Fußgänger in dunkler Kleidung erst ab rund 25 Metern, in heller Kleidung ab rund 80 Metern und mit reflektierendem Material bis zu 140 Meter weit. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat nennt ähnliche Werte.
Reicht helle Kleidung, um im Dunkeln gesehen zu werden?
Helle Kleidung hilft, reflektierendes Material hilft deutlich mehr. Laut ADAC wird man damit bis zu 140 Meter weit gesehen, in heller Kleidung rund 80 Meter. Am einfachsten sind Reflektorbänder an Armen oder Beinen oder eine Warnweste über der Jacke.
Worauf achte ich beim Kauf von Reflektoren?
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat rät, bei Reflektoren auf die Norm DIN EN 13356 zu achten. Bei Warnwesten lohnt ein Blick auf das Etikett, ob dort eine Norm genannt ist.
Wie mache ich meinen Rollator im Dunkeln sichtbar?
Mit selbstklebendem Reflexband an den vorderen Rohren und hinten quer, mit einer Rollatortasche mit Reflektor und mit etwas Reflektierendem an der Person selbst. Der Rollator allein macht den Menschen dahinter nicht unbedingt sichtbar.
Auf welcher Straßenseite gehe ich, wenn es keinen Gehweg gibt?
Nach § 25 StVO, wenn es auch keinen Seitenstreifen gibt, außerorts am linken Fahrbahnrand, wenn das zumutbar ist, also dem Verkehr entgegen. Bei Dunkelheit und schlechter Sicht muss einzeln hintereinander gegangen werden.
Warum ist die Zeit nach der Zeitumstellung besonders heikel?
Weil der Heimweg am späten Nachmittag plötzlich in die Dämmerung fallen kann, oft bevor sich Gewohnheiten und Kleidung angepasst haben. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat schreibt, dass von November bis Januar im Schnitt ein Drittel mehr Fußgänger verunglücken.
Sieht mich der Autofahrer, wenn ich ihn sehe?
Nicht unbedingt. Laut ADAC werden Fußgänger im Dunkeln oft übersehen, auch weil die Sehschärfe bei schlechtem Licht abnimmt. Der DVR rät, Blickkontakt mit dem Fahrer zu suchen und im Zweifel zu warten.
Gibt es Trainings für ältere Fußgänger und Rollatornutzer?
Ja. Die Deutsche Verkehrswacht bietet Programme für sichere Mobilität im Alter an, etwa „sicher mobil“. Das ZQP rät außerdem, den Umgang mit dem Rollator zu üben, zum Beispiel in der Physiotherapie oder bei Trainings der Verkehrswacht.
Weiterlesen für den Weg im Herbst
Quellen, abgerufen am 25. September 2026: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Sicher zu Fuß durch die dunkle Jahreszeit und Mit #sichtbaristsicher durch die dunklere Jahreshälfte; ADAC, Mehr Sicherheit durch Sichtbarkeit; Straßenverkehrs-Ordnung, § 25; Deutsche Verkehrswacht, Sichere Mobilität im Alter; Stiftung ZQP, Ratgeber Rollator.
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