Besuch im Pflegeheim vor dem Winter: acht Punkte, die Angehörige von Senioren klären können
Vor dem Winter lohnt sich beim Besuch im Pflegeheim ein kurzer, geplanter Blick: vier Dinge, die Angehörige selbst in die Hand nehmen können, und vier Fragen an die Pflegekräfte. Winterkleidung, beschriftete Wäsche, Hausschuhe mit Halt, Brille und Hörgerät auf der einen Seite; Ansprechpartner, Regeln bei Infekten, neue Medikamente und Vorsorgedokumente auf der anderen. Die Liste ist eine Empfehlung aus der Pflege, gestützt auf die Hinweise der Stiftung ZQP, die am Ende verlinkt sind. Wie ein einzelnes Haus die Dinge regelt, erfährt man dort vor Ort.
Vier Dinge, die man beim Besuch selbst in die Hand nehmen kann
Wer regelmäßig zu Besuch kommt, sieht Dinge, die im Stationsalltag untergehen. Kein Vorwurf an das Heim, sondern eine Arbeitsteilung: Die Pflegekräfte kümmern sich um viele Menschen, die Familie um einen.
- Winterkleidung. Strickjacke, warme Socken, eine Weste für den Rollstuhl, dazu eine Decke, die nach zu Hause riecht. Sommerkleidung mitnehmen, damit der Schrank übersichtlich bleibt.
- Wäsche beschriften. Neue Teile bekommen den Namen, bevor sie in die Wäsche gehen. Wie das Heim es haben möchte, Aufkleber oder Bügeletikett, fragt man an der Station.
- Hausschuhe mit Halt. Geschlossen, mit rutschhemmender Sohle und Klettverschluss. Offene Pantoffeln rutschen beim Gehen leicht vom Fuß.
- Brille und Hörgerät. Gläser putzen, Batterie oder Akku prüfen, nachsehen, ob das Ladegerät im Zimmer ist.

Beim Hörgerät zeigt sich in Pflegeheimen oft dasselbe Bild: Es liegt in der Schublade, weil der Akku leer war oder niemand sicher wusste, wie es eingesetzt wird. Ich empfehle, das Personal einmal kurz einzuweisen und das Ladegerät sichtbar hinzustellen. Wer schlecht hört, verpasst Gespräche und zieht sich eher zurück.
Vier Fragen an die Pflegekräfte
Die Fragen sind keine Kontrolle, sondern ein Abgleich. Ein ruhiger Moment nach dem Mittagessen oder ein vereinbarter Termin eignet sich besser als der Flur während der Übergabe.
- Wer ist Ansprechpartner? Name der Bezugspflegekraft oder Wohnbereichsleitung, und wann man sie telefonisch erreicht.
- Was gilt bei Infekten? Wie informiert das Heim, wenn Erkältungen oder Magen-Darm-Infekte umgehen, und welche Besuchsregeln gelten dann? Fragen Sie nach der aktuellen Regelung.
- Hat sich bei den Medikamenten etwas geändert? Wer hat es verordnet, und gibt es einen aktuellen Plan? Impfungen spricht man als Frage beim Heimarzt oder der Hausarztpraxis an.
- Liegen die Vorsorgedokumente vor? Hat das Heim eine Kopie von Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, und wissen alle, wo die Originale liegen?
Mehr zu den beiden Dokumenten steht auf der Seite Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht.
Besuch in der Erkältungszeit: mit Rücksicht, nicht mit Angst
Bei älteren pflegebedürftigen Menschen ist das Immunsystem laut Stiftung ZQP eingeschränkt, und aus einer harmlosen Infektion der oberen Atemwege kann eine Lungenentzündung werden. Die Stiftung empfiehlt im Alltag vor allem gründliche Händehygiene und sich beim Husten oder Niesen abzuwenden. Pflegenden Angehörigen rät sie, bei eigenen Anzeichen einer Infektion die Pflege möglichst zu pausieren.
Hinweis. Besuchsregeln legen Einrichtung und Bundesland fest, sie können sich im Winter ändern. Fragen Sie nach der aktuellen Regelung. Fragen zu Impfungen und Medikamenten klärt die behandelnde Arztpraxis. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung und bewertet keine Einrichtungen.
Was Bewohnerinnen und Bewohnern zusteht
Pflegebedürftige Menschen haben dieselben Rechte wie alle anderen. Die Pflege-Charta, die die Stiftung ZQP vorstellt, fasst sie in acht Artikeln zusammen, darunter Selbstbestimmung, Privatheit, eine am persönlichen Bedarf ausgerichtete Pflege, Information und Beratung sowie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Für Angehörige kann sie ein Leitfaden sein, um Wünsche freundlich und begründet anzusprechen, etwa den Wunsch, die eigene Strickjacke zu tragen oder nachmittags in den Gemeinschaftsraum zu gehen.
Zwei Helfer für Schrank und Flur
Beides lässt sich beim nächsten Besuch mitbringen. Weitere Modelle stehen auf den Seiten Wäscheetiketten und Hausschuhe für Senioren. Kleine Mitbringsel für die Adventszeit sammelt die Seite Geschenke für Senioren.
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Die Wäscheetiketten. Selbstklebende Namensschilder, die ohne Bügeleisen auf das Pflegeetikett kommen. Das spart Zeit, wenn vor dem Winter ein ganzer Schwung neuer Teile beschriftet werden muss. Zu bedenken: Ob Aufkleber die Heimwäsche bei hohen Temperaturen aushalten, fragt man vorher im Haus; manche Einrichtungen wünschen eingenähte oder aufgebügelte Etiketten.
Der Aerosoft Stretch 06. Ein Reha-Hausschuh mit weitem Schnitt, Klettverschluss und rutschhemmender Sohle, sehr beliebt bei geschwollenen Füßen. Zu bedenken: Er ist eher ein Alltags- als ein Winterschuh; wer schnell kalte Füße hat, kombiniert ihn mit warmen Socken. Größe und Weite vorher an einem getragenen Schuh vergleichen.
Häufige Fragen zum Besuch im Pflegeheim
Was sollten Angehörige vor dem Winter im Pflegeheim klären?
Hilfreich sind zwei Hälften: Dinge, die man selbst erledigen kann, etwa Winterkleidung bringen, Wäsche beschriften, Hausschuhe prüfen, Brille und Hörgerät ansehen. Und Fragen an die Pflegekräfte: wer Ansprechpartner ist, welche Regeln bei Infekten gelten, ob sich Medikamente geändert haben und ob Vorsorgedokumente vorliegen.
Warum muss Wäsche im Pflegeheim beschriftet sein?
In vielen Häusern wird die Wäsche zentral gewaschen. Ohne Namen findet ein Pullover schwer zurück. Aufkleber oder Bügeletiketten mit Namen helfen, idealerweise an einer Stelle, die beim Tragen nicht drückt. Wie das Heim beschriftet haben möchte, fragt man dort nach.
Welche Hausschuhe eignen sich im Pflegeheim?
Geschlossene Hausschuhe mit fester, rutschhemmender Sohle und einem Klettverschluss, der sich an die Weite anpassen lässt. Offene Pantoffeln können beim Gehen vom Fuß rutschen. Eine gute Passform ist wichtiger als die Wärme allein.
Darf ich mit einer Erkältung ins Pflegeheim?
Die Stiftung ZQP rät pflegenden Angehörigen, bei Anzeichen einer Infektion die Pflege möglichst zu pausieren. Für Besuche gilt ähnlich: lieber anrufen oder den Besuch verschieben und die aktuelle Regel im Heim erfragen. Welche Vorgaben gelten, legen Einrichtung und Bundesland fest.
Wen frage ich im Pflegeheim nach Medikamenten?
Die zuständige Pflegefachkraft oder Wohnbereichsleitung. Sie kann sagen, ob sich etwas geändert hat und wer es verordnet hat. Ärztliche Fragen klärt man mit der behandelnden Praxis oder dem Heimarzt, mit Einverständnis der Bewohnerin oder des Bewohners.
Sollte man Impfungen im Pflegeheim ansprechen?
Das kann man, aber als Frage an die behandelnde Ärztin oder den Heimarzt. Welche Impfung sinnvoll ist, entscheidet die Praxis gemeinsam mit der Bewohnerin oder dem Bewohner.
Welche Rechte haben Bewohner im Pflegeheim?
Pflegebedürftige Menschen haben dieselben Rechte wie alle anderen. Die Pflege-Charta nennt unter anderem Selbstbestimmung, Privatheit, eine am Bedarf ausgerichtete Pflege, Information und Beratung sowie Teilhabe. Die Stiftung ZQP stellt die acht Artikel verständlich vor.
Warum sind Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung im Heim wichtig?
Wenn jemand selbst nicht mehr entscheiden kann, zeigen sie, wer entscheiden darf und was gewünscht ist. Es hilft, wenn das Heim eine Kopie hat und die Angehörigen wissen, wo das Original liegt.
Weiterlesen: für Angehörige
Quellen, abgerufen am 29. September 2026: Stiftung ZQP, Rechte pflegebedürftiger Menschen und Pflege-Charta; Stiftung ZQP, Schutz vor Infektionen in der Pflege.
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