Pflegegrad 2 und Pflegegrad 3: welche Leistungen Senioren 2026 zustehen
Seit dem 1. Januar 2017 gibt es statt drei Pflegestufen fünf Pflegegrade; Pflegegrad 2 steht für erhebliche, Pflegegrad 3 für schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit. Bei Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse 2026 zum Beispiel 347 Euro Pflegegeld im Monat, bei Pflegegrad 3 sind es 599 Euro. Unten stehen alle Beträge nebeneinander, jeder mit Paragraf (Stand 21. Oktober 2026).

Dieser Beitrag ist zum Nachschlagen gedacht. Wie die Begutachtung abläuft, erklärt der Beitrag zu den sechs Bereichen der Begutachtung; welche Leistungen oft liegen bleiben, steht unter sieben oft ungenutzte Leistungen der Pflegekasse. Was ich daraus rate, sind Empfehlungen; entscheiden wird im Einzelfall die Pflegekasse.
Worin sich Pflegegrad 2 und 3 unterscheiden: die Punkte
Der Medizinische Dienst sieht sich bei der Begutachtung sechs Bereiche an, darunter Mobilität, Selbstversorgung und den Umgang mit Medikamenten und Arztterminen. Daraus ergibt sich eine Punktzahl zwischen 0 und 100. Nach § 15 SGB XI beginnt Pflegegrad 2 bei 27 Punkten, Pflegegrad 3 bei 47,5 Punkten. Die Selbstversorgung zählt mit 40 Prozent am stärksten.
Wer früher eine Pflegestufe hatte, wurde 2017 ohne neue Begutachtung übergeleitet. Laut § 140 SGB XI wurde aus Pflegestufe I der Pflegegrad 2 und aus Pflegestufe II der Pflegegrad 3. War zusätzlich eine eingeschränkte Alltagskompetenz festgestellt, etwa bei Demenz, ging es jeweils einen Grad höher.
Pflegegrad 2 und 3 im Vergleich: alle Leistungen 2026 in einer Tabelle
Es sind Höchstbeträge; was ankommt, hängt davon ab, wer pflegt und was genutzt wird. Nachgelesen im Gesetzestext am 21. Oktober 2026.
| Leistung | Pflegegrad 2 | Pflegegrad 3 | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Pflegegeld im Monat | 347 € | 599 € | § 37 SGB XI |
| Pflegedienst (Sachleistung) im Monat | bis 796 € | bis 1.497 € | § 36 SGB XI |
| Tages- oder Nachtpflege im Monat | bis 721 € | bis 1.357 € | § 41 SGB XI |
| Entlastungsbetrag im Monat | bis 131 € | bis 131 € | § 45b SGB XI |
| Pflegehilfsmittel zum Verbrauch im Monat | bis 42 € | bis 42 € | § 40 Abs. 2 SGB XI |
| Verhinderungs- und Kurzzeitpflege im Jahr | bis 3.539 € | bis 3.539 € | § 42a SGB XI |
| Ersatzpflege durch nahe Angehörige im Jahr | in der Regel bis 694 € | in der Regel bis 1.198 € | § 39 Abs. 3 SGB XI |
| Umbau der Wohnung | bis 4.180 € je Maßnahme | bis 4.180 € je Maßnahme | § 40 Abs. 4 SGB XI |
| Beratungsbesuch bei Pflegegeld | halbjährlich, Pflicht | halbjährlich, Pflicht | § 37 Abs. 3 SGB XI |
Die Ersatzpflege durch Kinder, Enkel oder Geschwister ist an das Pflegegeld gekoppelt, deshalb unterscheidet sie sich je Grad. Mehr dazu im Beitrag Verhinderungspflege durch Angehörige, Nachbarn oder Bekannte.
Den Bescheid neben die Tabelle legen. Im Bescheid der Pflegekasse steht der Grad und ab wann er gilt. Nach § 33 SGB XI gibt es die Leistungen ab dem Antrag; bestand der Bedarf schon vorher, ab Beginn des Monats, in dem der Antrag gestellt wurde. Hat die Entscheidung gedauert, kann deshalb eine Nachzahlung anstehen; das kann die Kasse sagen.
Pflegegeld, Pflegedienst oder beides: was im Monat ankommt
Das Pflegegeld nach § 37 SGB XI ist für die Pflege durch Familie, Freunde oder Nachbarn gedacht. Ein Pflegedienst rechnet direkt mit der Kasse ab, bis zum Höchstbetrag nach § 36 SGB XI.
Ein ausgedachtes Beispiel zur Kombinationsleistung nach § 38 SGB XI: Die Mutter hat Pflegegrad 3. Ein Pflegedienst hilft morgens beim Duschen und rechnet im Monat 598,80 Euro ab, das sind 40 Prozent von 1.497 Euro. Dann bleiben 60 Prozent des Pflegegeldes, also 359,40 Euro. An die Aufteilung ist man sechs Monate gebunden.

Tages- oder Nachtpflege kommt nach § 41 SGB XI obendrauf, ohne dass Pflegegeld oder Sachleistung gekürzt werden. Die Fahrt zur Einrichtung gehört laut Gesetz dazu.
Was bei beiden Graden gleich hoch ist
Ein Teil der Leistungen hängt nicht am Grad; ein Wechsel von 2 auf 3 ändert hier nichts.
Von Pflegegrad 2 auf 3: wann ein neuer Antrag sinnvoll sein kann
Ein Pflegegrad gilt nicht für immer. Nach einem Sturz oder wenn nachts regelmäßig Hilfe nötig wird, kann der Bedarf über 47,5 Punkte wachsen. Dann lässt sich bei der Pflegekasse eine Höherstufung beantragen. Laut Bundesgesundheitsministerium soll über einen Antrag in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entschieden sein.
- Zwei Wochen aufschreiben. Ein Pflegetagebuch mit Uhrzeit und Hilfe, auch nachts.
- Arztbriefe sammeln. Neue Diagnosen, Krankenhausberichte, der aktuelle Medikamentenplan.
- Beratung nutzen. Die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI ist kostenlos, ebenso die Pflegestützpunkte.
- Beim Termin dabei sein. Jemand, der den Alltag kennt, sitzt bei der Begutachtung mit dabei.

Ein höherer Grad ist kein Selbstläufer. Die Begutachtung kann auch ergeben, dass der bisherige Grad bleibt. Ich empfehle, vorher mit der Pflegeberatung zu sprechen.
Zwei kleine Helfer, die oft vor dem großen Umbau kommen
Duschstuhl oder Pflegebett zahlt oft die Kasse, wenn der Antrag vor dem Kauf kommt. Ein Haltegriff oder ein Bettgriff sind kleiner; manche Familien kaufen sie selbst, andere fragen sie beim Umbau mit an. Mehr Modelle stehen auf den Seiten zu Haltegriffen und zum Bettgriff als Aufstehhilfe.
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Der Haltegriff. Der Tiger Boston (30 cm) wird neben Toilette oder Dusche fest angeschraubt. Zu bedenken: Er hält nur so gut wie Wand und Dübel.
Der Bettgriff mit Licht. Er wird unter die Matratze geklemmt und hilft beim Aufstehen; das Licht zeigt nachts den Weg. Zu bedenken: Er ist kein Bettgitter und schützt nicht vor dem Herausfallen.
Was sich 2027 ändern soll
Das Bundeskabinett hat am 30. September 2026 den Entwurf eines Pflegeneuordnungsgesetzes beschlossen. Laut Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums sollen Pflegegeld und Sachleistung in den Pflegegraden 2 bis 5 erhöht und in neuen Budgets gebündelt werden, der Entlastungsbetrag soll in einem Sozialraumbudget aufgehen. Die Begutachtung soll so angepasst werden, dass die Pflegegrade 1 bis 3 zielgenauer vergeben werden; wer schon eingestuft ist, behält laut Ministerium seinen Grad.
Das ist ein Entwurf, kein geltendes Recht; Beträge für 2027 nennt die Mitteilung nicht.
Keine Rechtsberatung. Dieser Beitrag gibt den Gesetzestext und Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wieder, Stand 21. Oktober 2026. Was im Einzelfall zusteht, entscheidet die Pflegekasse. Kostenlose Hilfe gibt es in der Pflegeberatung und in den Pflegestützpunkten.
Fragen zu Pflegegrad 2 und Pflegegrad 3
Wie viel Pflegegeld gibt es 2026 bei Pflegegrad 2 und bei Pflegegrad 3?
Laut § 37 SGB XI 347 Euro im Monat bei Pflegegrad 2 und 599 Euro bei Pflegegrad 3.
Was ist der Unterschied zwischen Pflegegrad 2 und Pflegegrad 3?
Die Punktzahl aus der Begutachtung: Pflegegrad 2 gilt ab 27 Punkten (erhebliche Beeinträchtigung), Pflegegrad 3 ab 47,5 Punkten (schwere Beeinträchtigung). Daran hängen höhere Beträge bei Pflegegeld, Pflegedienst und Tagespflege.
Welcher Pflegegrad entspricht der früheren Pflegestufe 2?
Pflegegrad 3. Aus Pflegestufe II wurde 2017 Pflegegrad 3, bei eingeschränkter Alltagskompetenz Pflegegrad 4 (§ 140 SGB XI).
Kann ich Pflegegeld und Pflegedienst zusammen nutzen?
Ja, als Kombinationsleistung nach § 38 SGB XI. Das Pflegegeld sinkt um den Anteil, den der Pflegedienst abrechnet.
Ist der Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 2 und 3 gleich?
Ja, bis zu 131 Euro im Monat in häuslicher Pflege, erstattet gegen Belege (§ 45b SGB XI).
Wird die Tagespflege auf das Pflegegeld angerechnet?
Nein. Tages- und Nachtpflege kommen nach § 41 Abs. 3 SGB XI ohne Anrechnung dazu.
Wann lohnt sich ein Antrag auf Höherstufung von Pflegegrad 2 auf 3?
Wenn der Hilfebedarf seit der letzten Begutachtung deutlich gewachsen ist. Vorher kann eine Pflegeberatung nach § 7a SGB XI helfen.
Ändern sich die Beträge 2027?
Geplant ist es; am 30. September 2026 hat das Kabinett einen Entwurf beschlossen. Bis dahin gelten die Beträge oben.
Weiterlesen zu Pflegegrad und Pflegekasse
Quellen, abgerufen am 7. November 2026: SGB XI § 15, § 36, § 37, § 38, § 39, § 40, § 41, § 42a, § 45b, § 140; Bundesgesundheitsministerium, Leistungen im Überblick, Antragsverfahren und Kabinettsbeschluss vom 30.09.2026.
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