Stromausfall bei Herbststurm: was Senioren vorher bereitlegen
Ein Stromausfall ist meist nach wenigen Stunden vorbei, und wer eine kleine Kiste bereithält, kommt oft ruhiger durch diese Zeit. Hinein gehören Taschenlampe, Batterieradio, Powerbank, Bargeld, Decke, Wasser, kalte Mahlzeiten und die Medikamente für ein paar Tage. Wichtig für ältere Menschen: Das schnurlose Festnetztelefon funktioniert ohne Strom meist nicht, und Geräte wie Hausnotruf oder Pflegebett haben nicht immer einen Akku. Wer das vor der Sturmsaison klärt, muss im Dunkeln weniger suchen.
Die Liste folgt den Vorsorgetipps des Bundesamts für Bevölkerungsschutz, ergänzt um das, was mir aus der Pflege wichtig erscheint. Es sind Empfehlungen, keine Vorschriften; bei lebenswichtigen Geräten gehört die Absprache mit Arztpraxis und Anbieter dazu.

Was ausfällt: mehr als das Licht
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe beschreibt nüchtern, was bei einem Stromausfall passiert: Kühlschrank und Herd fallen aus, Licht und Heizung funktionieren nicht mehr, Internet und Mobilfunk sind gestört, und je nach Ort kommt kein Wasser mehr aus der Leitung. Auch Geldautomaten funktionieren nicht. Ursache können Unfälle oder Bauarbeiten sein, aber eben auch starke Stürme. In der Regel ist der Schaden in wenigen Stunden behoben, bei großflächigen Schäden kann es Tage dauern.
Für ältere Menschen, die allein leben, ist ein Punkt besonders wichtig: Das Telefon. Die Basisstation eines schnurlosen Festnetztelefons braucht Strom, der Router ebenso. Wer dann nur das Festnetz hat, kann womöglich niemanden erreichen. Ein geladenes Handy mit den wichtigsten Nummern empfehle ich deshalb als Teil der Vorbereitung, auch wenn es sonst in der Schublade liegt.
Die Kiste: acht Dinge an einem festen Platz
Eine Kiste oder Tasche im Flur, die jeder im Haus kennt, ist oft praktischer als Vorräte in fünf Schränken. Das Bundesamt nennt die Grundlagen: geladene Akkus, eine Powerbank, Bargeld, ein Radio mit Batterie oder Kurbel für die Mitteilungen der Behörden, Lebensmittel, die man kalt essen kann, und warme Kleidung und Decken.
Taschenlampe statt Suchen. Eine Lampe in der Kiste und eine zweite am Nachttisch. Fällt der Strom abends aus, ist der Weg zum Flur im Dunkeln genau der Weg, auf dem man leicht stolpert.
Medikamente. Ein Vorrat für ein paar Tage, dazu der Medikationsplan. Wer Arzneimittel im Kühlschrank lagert, etwa Insulin, dem empfehle ich, in der Apotheke zu fragen, wie lange es ohne Kühlung haltbar ist.
Hausnotruf, Pflegebett, Sauerstoff: vorher beim Anbieter fragen
Viele Hilfsmittel in der Pflege hängen am Strom. Ob ein Gerät einen Akku hat und wie lange er hält, steht nicht immer klar in der Anleitung. Oft stellt sich diese Frage erst, wenn es dunkel ist. Ein Anruf beim Anbieter oder Sanitätshaus vor der Sturmsaison kann sie klären.
Wenn ein Gerät lebenswichtig ist. Wer auf Sauerstoff oder ein Beatmungsgerät angewiesen ist, dem rate ich zu einem Plan für den Notfall, abgesprochen mit Arztpraxis und Anbieter: Wie lange reicht der Akku, gibt es Ersatz, wer wird verständigt? Bei akuter Gefahr gilt die 112. Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Beratung.
Ein Hausnotruf braucht für die Basisstation Strom; manche Geräte haben einen Akku für eine Überbrückung. Ob es einen gibt und wie lange er hält, sagt der Anbieter. Ein Treppenlift bleibt ohne Strom je nach Modell stehen oder fährt mit Akku noch eine Weile, auch das lässt sich vorher erfragen.
Bei Sturmwarnung: was am Abend vorher hilft
Der Deutsche Wetterdienst gibt Unwetterwarnungen auf seiner Internetseite und in seiner WarnWetter-App heraus, Radio und Fernsehen berichten ebenfalls. Kommt eine Warnung, können ein paar schnelle Handgriffe helfen:
- Handy und Powerbank laden. Dazu die Taschenlampe auf den Nachttisch.
- Thermoskanne füllen. Heißer Tee oder Wasser für die ersten Stunden, ganz ohne Herd.
- Angehörige anrufen. Kurz absprechen, wer sich morgen meldet, falls das Telefon ausfällt.
- Draußen sichern. Balkonmöbel, Blumenkästen, Mülltonnen. Nicht bei aufziehendem Sturm auf Leiter oder Balkonbrüstung.
- Kühlschrank geschlossen halten. Je seltener er geöffnet wird, desto länger bleibt es darin kühl.
Licht und Wärme ohne Risiko
Ohne Heizung kühlt eine Wohnung im Herbst nicht sofort aus, aber spürbar. Das Bundesamt rät, sich möglichst in einem Raum aufzuhalten, die Türen geschlossen zu halten, warme Kleidung und Decken zu nutzen und trotzdem regelmäßig zu lüften. Beim Licht sind Batterielampen in der Regel die sicherere Wahl. Wer Kerzen anzündet, dem empfehle ich, sie standfest weg von Vorhängen aufzustellen und nicht unbeaufsichtigt brennen zu lassen; das Bundesamt erinnert dabei ans regelmäßige Lüften.
Der Grill bleibt draußen. Das Bundesamt warnt ausdrücklich: nicht in der Wohnung grillen, es besteht Erstickungsgefahr. Für kleinere Mahlzeiten nennt es einen Campingkocher; ob ein Gerät für Innenräume geeignet ist, steht in der Anleitung, und gut lüften empfehle ich in jedem Fall. Für ein paar Stunden reichen oft kalte Mahlzeiten und die Thermoskanne.
Zwei Helfer: ein Handy für den Notfall und eine warme Decke
Beides kann auch sonst im Alltag nützlich sein. Weitere Modelle stehen auf den Seiten Seniorenhandy mit großen Tasten und Kuscheldecken für Senioren.
Preise und Verfügbarkeit abgerufen am 15.10.2026 um 14:01 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
Das Panasonic KX-TU446. Ein Klapphandy mit großen Tasten, Notruftaste und langer Akkulaufzeit, vielfach bewertet. Geladen in der Kiste kann es erreichbar halten, wenn das Festnetz ausfällt. Zu bedenken: Es nutzt das ältere 2G-Netz, das nicht überall gleich gut verfügbar ist; vor dem Kauf beim eigenen Mobilfunkanbieter nachfragen. Und auch ein Handy hilft nur, wenn der Mobilfunk selbst noch läuft.
Die BEDSURE Kuscheldecke. Eine weiche Fleecedecke, die ohne Strom wärmt und im Alltag auf dem Sofa liegt. Zu bedenken: Fleece ist warm, aber nicht atmungsaktiv wie Wolle, und größere Formate sind schwer zu waschen. Eine Heizdecke ist bei Stromausfall keine Hilfe.
Fragen zum Stromausfall
Was sollten Senioren für einen Stromausfall bereitlegen?
Bewährt haben sich eine Taschenlampe mit Ersatzbatterien, ein Radio mit Batterie oder Kurbel, eine geladene Powerbank, etwas Bargeld, eine warme Decke, Wasser und Lebensmittel, die man kalt essen kann, die Medikamente für ein paar Tage und eine Telefonliste auf Papier. Alles an einem festen Platz.
Funktioniert das Festnetztelefon bei Stromausfall?
Ein schnurloses Telefon meist nicht, weil die Basisstation Strom braucht, und auch der Router fällt aus. Ich empfehle deshalb ein geladenes Handy, wobei auch der Mobilfunk bei einem Stromausfall gestört sein kann.
Wie lange dauert ein Stromausfall?
Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz werden Stromausfälle in der Regel in wenigen Stunden behoben. Bei großflächigen Schäden kann es auch Tage dauern.
Darf ich bei Stromausfall mit dem Gaskocher oder Grill in der Wohnung kochen?
Grillen in der Wohnung ist tabu, das Bundesamt für Bevölkerungsschutz warnt vor Erstickungsgefahr. Einen Campingkocher nennt es für kleinere Mahlzeiten; ob er drinnen benutzt werden darf, steht in der Anleitung, und gut lüften sollte man in jedem Fall. Für ein paar Stunden reichen oft kalte Mahlzeiten und heißes Wasser aus der Thermoskanne, die man bei einer Sturmwarnung vorher füllt.
Sind Kerzen bei Stromausfall eine gute Idee?
Batterielampen sind in der Regel sicherer. Wer Kerzen nutzt, dem empfehle ich, sie standfest und fern von Vorhängen aufzustellen und nicht unbeaufsichtigt brennen zu lassen. Regelmäßiges Lüften empfiehlt auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz.
Wie bleibt es warm, wenn die Heizung ausfällt?
Mit warmer Kleidung und Decken. Das Bundesamt rät, sich möglichst in einem Raum aufzuhalten, die Türen geschlossen zu halten und trotzdem regelmäßig zu lüften.
Was ist mit Hausnotruf, Pflegebett oder Sauerstoffgerät?
Ich rate, beim Anbieter oder Sanitätshaus nachzufragen, ob ein Akku eingebaut ist, wie lange er hält und was bei Stromausfall passiert. Bei lebenswichtigen Geräten wie Sauerstoff oder Beatmung empfehle ich zusätzlich einen Plan für den Notfall, abgesprochen mit Arztpraxis und Anbieter.
Woher erfahre ich, ob ein Sturm kommt?
Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht Unwetterwarnungen auf seiner Internetseite und in seiner Warn-App, dazu kommen Radio und Fernsehen. Damit man bei langem Stromausfall die Mitteilungen der Behörden verfolgen kann, empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz ein Radio mit Batterie oder Kurbel.
Weiterlesen: sicher durch Herbst und Winter
Quellen, abgerufen am 25. September 2026: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Vorsorge und Handeln bei Stromausfall; Deutscher Wetterdienst, Warnungen aktuell; Deutscher Wetterdienst, WarnWetter-App.
* Affiliate-/Werbelinks. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Bei einem Kauf über diese Links erhalte ich eine kleine Provision. Für Sie ändert sich der Preis dadurch nicht. Maßgeblich ist der zum Zeitpunkt des Kaufs auf Amazon angezeigte Preis. Auch die mit „Werbung *“ gekennzeichnete Box enthält einen Werbelink; bei einer Anfrage über diesen Link erhalte ich eine Vergütung.



