Krankenhaustasche für Senioren: was mit muss, vom Medikationsplan bis zur Vollmacht
Bewährt hat sich eine Krankenhaustasche für Senioren mit drei Fächern: Papiere, Kleidung, Kleinigkeiten. Besonders wichtig ist das Fach mit den Papieren, allen voran der Medikationsplan und eine Kopie der Vorsorgevollmacht. Wer eine geplante Operation vor sich hat, packt in Ruhe. Wer vorsorgen will, legt eine Mappe bereit, die im Ernstfall nur noch gegriffen werden muss. Dazu gehören ein paar Fragen, die man schon bei der Aufnahme stellen kann: Sie tragen dazu bei, dass zu Hause alles bereitsteht, wenn die Entlassung kommt.
Die Packliste beruht auf dem, was sich im Stationsalltag bewährt, und ist als Empfehlung gedacht. Was Ihr Krankenhaus selbst stellt oder verlangt, erfragen Sie dort; die gesetzlichen Ansprüche sind unten mit Quellen belegt.

Die Tasche: drei Fächer, damit nichts fehlt
Eine mittelgroße Tasche mit Rollen oder ein Rucksack genügt meist, ein schwerer Koffer ist auf der Station eher im Weg. Die Schränke im Krankenhauszimmer sind oft klein. Was nach zwei, drei Tagen fehlt, können Angehörige nachbringen.
Wichtig bei einer Aufnahme ins Krankenhaus: Brille, Hörgerät und Zahnprothese sind bei älteren Menschen die Dinge, ohne die im Krankenhaus wenig geht, und sie gehen dort leicht verloren. Ein Etui für die Brille, eine beschriftete Dose für die Prothese und Ersatzbatterien fürs Hörgerät empfehle ich deshalb als festen Bestandteil der Tasche. Namen darauf schreiben lohnt sich. Wie eine Zahnprothese im Alltag sauber bleibt, steht in unserem Beitrag zur Prothesenpflege.
Die Papiere: eine Mappe oben in der Tasche
Bei der Aufnahme fragt die Station nach Vorerkrankungen, Medikamenten, Allergien und Ansprechpartnern. Wer müde, aufgeregt oder in Schmerzen ist, kann das oft nicht aus dem Kopf beantworten. Eine Mappe mit allem Nötigen kann diesen Druck nehmen.
Der Medikationsplan. Wer gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel nimmt, hat nach § 31a SGB V Anspruch auf einen Medikationsplan von der Arztpraxis. Vor einem geplanten Aufenthalt lohnt es sich, ihn aktualisieren zu lassen, einschließlich Tropfen, Salben und Mitteln ohne Rezept.
Die Vollmacht als Kopie. Das Original bleibt zu Hause, in der Mappe liegt eine Kopie mit dem Hinweis, wo das Original zu finden ist. Wer Vollmacht und Patientenverfügung im Zentralen Vorsorgeregister eintragen lässt, kann die Suche erleichtern: Ärzte können dort laut Bundesnotarkammer seit Januar 2023 abfragen, ob eine Vorsorgeverfügung eingetragen ist.
Was eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung enthalten sollten, ist ein eigenes Thema. Unser Ratgeber zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht erklärt es ausführlich. Hier geht es nur ums Mitnehmen.
Kleidung und Schuhe: bequem, warm, rutschfest
Auf Station ist es oft warm, auf den Fluren und bei Untersuchungen kühler. Zwei Schlafanzüge oder Nachthemden, ein Bademantel für den Weg über den Flur und bequeme Tageskleidung reichen meist für die ersten Tage. Knöpfe vorne sind oft praktischer als Kleidung, die über den Kopf gezogen werden muss, gerade mit Infusion oder frisch operierter Schulter.
Bei den Schuhen zählt Sicherheit mehr als Gewohnheit. Offene Pantoffeln rutschen leicht vom Fuß, und nach Tagen im Bett ist der Gang oft unsicherer als gewohnt. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit rät zu gut sitzenden, geschlossenen Schuhen mit rutschfester Sohle, und das gilt auch für Hausschuhe. Geschlossene Hausschuhe mit fester Ferse und Klettverschluss lassen sich oft auch mit geschwollenen Füßen anziehen.
Die Entlassung beginnt bei der Aufnahme
Nach § 39 Absatz 1a SGB V gehört zur Krankenhausbehandlung ein Entlassmanagement: Das Krankenhaus unterstützt dabei, zu organisieren, was nach dem Aufenthalt gebraucht wird. Nach Angaben der Verbraucherzentrale kann es unter anderem Medikamente, Verbands- und Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege oder eine Haushaltshilfe für bis zu sieben Tage verordnen und Kurzzeitpflege oder Reha anstoßen. Bei der Aufnahme sollte ein Formular vorgelegt werden, mit dem man dem Entlassmanagement zustimmt; die Teilnahme ist freiwillig.
Die Verbraucherzentrale rät ausdrücklich, den Sozialdienst des Krankenhauses schon bei der Aufnahme anzusprechen und auf ein Entlassmanagement zu bestehen. Im günstigen Fall ist alles organisiert, wenn der Tag der Entlassung kommt, vom Toilettenstuhl bis zu den Medikamenten. Gibt es Schwierigkeiten, können sich Patienten nach Angaben der Verbraucherzentrale in den meisten Bundesländern an Patientenfürsprecher wenden, außerdem an das Beschwerdemanagement der Klinik.
Für Angehörige: was vorher zu klären ist
- Wer darf Auskunft bekommen? Auf der Station angeben, wer anrufen darf und wer bevollmächtigt ist.
- Wer ist erreichbar? Eine Telefonliste in der Mappe, eine zweite für das Stationszimmer.
- Wer kümmert sich zu Hause? Post, Blumen, Haustier, Kühlschrank, Heizung.
- Wer holt ab? Entlassungen kommen manchmal kurzfristig. Wer fahren kann, steht vorher fest.
Zwei Helfer für den Flur: Bademantel und Hausschuhe
Zwei Dinge, die ich für jede Krankenhaustasche empfehle und die viele erst kurz vorher kaufen. Weitere Modelle stehen auf den Seiten Bademäntel für Herren und Hausschuhe für Senioren.
Preise und Verfügbarkeit abgerufen am 14.10.2026 um 10:44 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
Der Morgenstern Cadiz. Ein Herren-Bademantel aus Baumwollfrottee mit Kapuze, Gürtel und Taschen, vielfach bewertet. Warm genug für den Weg über den Flur. Zu bedenken: Frottee ist schwerer und dicker als leichter Waffelstoff und braucht Platz in der Tasche. Für Damen gibt es eigene Modelle auf der Seite Bademäntel für Damen.
Der Aerosoft Reha-Hausschuh Stretch 06. Ein geschlossener Hausschuh mit großem Klettverschluss, weiter Passform und rutschhemmender Sohle, für Damen und Herren. Durch die weite Passform lässt er sich oft auch mit geschwollenen Füßen oder einem Verband anziehen. Zu bedenken: Die Größe vorher zu Hause probieren, weil der weite Schnitt anders sitzt als gewohnte Pantoffeln.
Keine Rechts- und keine ärztliche Beratung. Dieser Beitrag gibt die Regeln in §§ 31a und 39 SGB V sowie Hinweise der Verbraucherzentrale vereinfacht wieder. Welche Medikamente mitgebracht werden sollen und was die Station stellt, klärt das jeweilige Krankenhaus. Fragen zu Vollmacht und Patientenverfügung beantworten Notariat, Betreuungsbehörde oder eine Anwaltskanzlei.
Fragen zur Krankenhaustasche
Was gehört in die Krankenhaustasche für Senioren?
Bewährt haben sich drei Bereiche: Papiere (Versichertenkarte, Einweisung, Medikationsplan, Arztbriefe, Kopie der Vollmacht, Telefonliste), Kleidung (Schlafanzug oder Nachthemd, Bademantel, geschlossene Hausschuhe mit rutschfester Sohle, bequeme Tageskleidung) und Kleinigkeiten wie Brille, Hörgerät, Prothesendose und Ladekabel.
Muss ich meine Medikamente ins Krankenhaus mitnehmen?
Das klärt man bei der Aufnahme. Den aktuellen Medikationsplan empfehle ich in jedem Fall mitzunehmen, damit die Station weiß, was wann genommen wird. Manche Kliniken bitten zusätzlich um die Packungen oder die Tabletten für die ersten Tage. Wer drei oder mehr verordnete Medikamente nimmt, hat nach § 31a SGB V Anspruch auf einen Medikationsplan in der Arztpraxis.
Soll ich die Vorsorgevollmacht im Original mitnehmen?
Ich empfehle eine Kopie, mit dem Hinweis, wo das Original liegt und wer bevollmächtigt ist. Das Original kann verloren gehen. Wer die Vollmacht im Zentralen Vorsorgeregister eingetragen hat, kann es Ärzten leichter machen: Sie können dort seit Januar 2023 abfragen, ob eine Vollmacht eingetragen ist.
Welche Hausschuhe eignen sich fürs Krankenhaus?
Geschlossene Hausschuhe mit fester Ferse und rutschhemmender Sohle, die sich leicht anziehen lassen, etwa mit Klettverschluss. Offene Pantoffeln und Schlappen rutschen leicht vom Fuß, gerade auf glatten Stationsfluren und nach dem Liegen.
Was ist das Entlassmanagement?
Die Organisation der Versorgung nach dem Krankenhaus. Nach § 39 SGB V gehört es zur Krankenhausbehandlung. Das Krankenhaus kann unter anderem Medikamente, Hilfsmittel, häusliche Krankenpflege oder eine Haushaltshilfe für bis zu sieben Tage verordnen und Kurzzeitpflege oder Reha anstoßen.
Wann spreche ich den Sozialdienst an?
Ich empfehle: so früh wie möglich, gleich nach der Aufnahme. Die Verbraucherzentrale rät, auf ein Entlassmanagement zu bestehen und die nötigen Schritte frühzeitig anzustoßen, damit zu Hause alles bereitsteht.
Kann man im Krankenhaus einen Pflegegrad beantragen?
Ja, das ist möglich, und der Sozialdienst kann beim Antrag helfen. Nach Angaben der Verbraucherzentrale gelten bei einem Antrag im Krankenhaus unter Umständen verkürzte Fristen für die Entscheidung der Pflegekasse.
Was sollten Angehörige vor einer geplanten Operation klären?
Wer erreichbar ist und wer Auskunft bekommen darf, wo Vollmacht und Patientenverfügung liegen, wer Post und Pflanzen versorgt und wer bei der Entlassung abholt. Eine Telefonliste in der Tasche und eine auf der Station können viele Rückfragen ersparen.
Weiterlesen: gut vorbereitet
Quellen, abgerufen am 25. September 2026: Gesetze im Internet, § 39 SGB V, Krankenhausbehandlung und Entlassmanagement; Gesetze im Internet, § 31a SGB V, Medikationsplan; Verbraucherzentrale, Krankenhaus: was kommt danach? Entlassmanagement; Bundesnotarkammer, Zentrales Vorsorgeregister, Ärzteeinsichtsrecht seit 1.1.2023; Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, Wie Sie Sturzrisiken vorbeugen können.
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