Alltagshilfen für Senioren: Hilfsmittel nach Lebensbereich, vom Bad bis zur Haustür
Alltagshilfen für Senioren sind Hilfsmittel und kleine Geräte, die gewohnte Handgriffe wieder leichter machen: sich waschen, anziehen, essen und trinken, aufstehen und gehen, lesen, fernsehen, telefonieren und Tabletten nehmen. Manche bezahlt die Kranken- oder Pflegekasse, vieles kauft man selbst. Hier sind die Ratgeber auf Seniorenmax nach dem Ort sortiert, an dem es im Alltag hakt.
Zusammengestellt von Jens Müller, Krankenpfleger (Examen 1997). Stand: 21. Oktober 2026.
Was zählt zu den Alltagshilfen?
Der Begriff ist weit. Dazu gehören große Hilfsmittel wie Rollator, Duschstuhl oder Toilettenaufsatz, aber auch kleine Dinge, die man kaum als Hilfsmittel wahrnimmt: ein Deckelöffner, eine Sockenanziehhilfe, eine Lupe mit Licht, ein Telefon mit großen Tasten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie einen bestimmten Handgriff sicherer oder mit weniger Kraft möglich machen, damit man ihn weiter selbst erledigen kann.
Statt nach Produktart ist diese Übersicht nach Räumen und Tätigkeiten geordnet. Wer merkt, dass das Aufstehen vom WC schwerfällt, findet unter „Bad und Toilette“ die Sitzerhöhung und die Haltegriffe nebeneinander und kann vergleichen, was zur Wohnung passt.
Bad und Toilette
Im Bad kommen nasse Fliesen, wenig Platz und tiefe Sitzhöhen zusammen. Hier geht es um Halt beim Ein- und Aussteigen, Sitzen beim Duschen und leichteres Aufstehen vom WC.
Küche und Essen
Wenn die Finger steifer werden oder eine Hand zittert, werden Glasdeckel, dünne Besteckgriffe und volle Tassen zur Geduldsprobe. Diese Helfer setzen genau dort an.
Anziehen und Kleidung
Bücken, Knöpfe und Schnürsenkel kosten morgens oft die meiste Kraft. Mit ein paar Hilfen geht das Anziehen wieder ohne fremde Hilfe oder mit weniger davon.
Gehen, Aufstehen, Treppe
Vom Sessel hoch, sicher durch den Flur, die Treppe hinauf und etwas vom Boden aufheben: Hier stehen die Hilfen, die beim Bewegen in der Wohnung und draußen stützen.
Sehen, Hören, Telefonieren
Kleine Schrift, leiser Fernseher, ein Telefon mit winzigen Tasten: Wer schlechter sieht oder hört, zieht sich schnell zurück. Diese Geräte halten den Kontakt zur Umgebung.
Medikamente und Gesundheit
Mehrere Tabletten am Tag, Blister, die sich schwer öffnen lassen, Augentropfen, die danebengehen: Ordnung und kleine Werkzeuge helfen, den Überblick zu behalten.
Sicherheit zu Hause
Licht auf dem nächtlichen Weg zum Bad, Hilfe auf Knopfdruck und Informationen für den Rettungsdienst: Diese Hilfen sind für die Momente gedacht, in denen etwas schiefgeht.
Aktiv bleiben
Zu den Alltagshilfen gehört auch, was Kopf und Körper beschäftigt: Übungen für zu Hause, Spiele mit großer Schrift und Geräte für Bewegung im Sitzen.
Was die Kasse zahlt und was nicht
Ob eine Kasse zahlt, hängt davon ab, ob etwas als Hilfsmittel, als Pflegehilfsmittel oder als Umbau gilt. Die Faustregel: erst fragen, dann kaufen. Was man ohne Bewilligung selbst kauft, wird in der Regel nicht nachträglich erstattet.
Hilfsmittel
Krankenkasse, § 33 SGB VZum Beispiel Rollator, Toilettensitzerhöhung oder Hörgerät. Meist braucht es eine ärztliche Verordnung, geliefert wird über ein Sanitätshaus oder einen Vertragspartner der Kasse. Welche Produkte grundsätzlich infrage kommen, listet das Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands.
Zuzahlung: 10 Prozent des Abgabepreises, mindestens 5 und höchstens 10 Euro (§ 61 SGB V). Nicht bezahlt werden Dinge, die als allgemeine Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens gelten.
Pflegehilfsmittel
Pflegekasse, § 40 SGB XI, mit PflegegradZum Verbrauch, etwa Einmalhandschuhe oder Bettschutzeinlagen: bis zu 42 Euro im Monat. Technische Pflegehilfsmittel wie ein Pflegebett überlässt die Pflegekasse vorrangig leihweise. Für Pflegehilfsmittel, die nicht zum Verbrauch bestimmt sind, gilt eine Zuzahlung von 10 Prozent, höchstens 25 Euro je Hilfsmittel.
Mehr dazu: Pflegehilfsmittel zum Verbrauch beantragen.
Wohnung anpassen
Pflegekasse, § 40 Abs. 4 SGB XI, mit PflegegradFür Umbauten wie eine bodengleiche Dusche oder einen Treppenlift zahlt die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Den Antrag vor Beginn der Arbeiten stellen.
Mehr dazu: barrierearmes Bad und Treppenlift.
Viele kleine Alltagshilfen wie Greifzange, Deckelöffner oder Besteck mit dicken Griffen zahlt man in der Regel selbst. Einen Überblick, was mit Pflegegrad sonst zusteht, gibt der Beitrag Was Senioren zusteht: sieben Leistungen der Pflegekasse. Bei Fragen zum Einzelfall beraten Pflegestützpunkte und die Pflegeberatung der Pflegekasse.
Quellen, abgerufen am 15.10.2026: § 33 SGB V, § 61 SGB V, § 40 SGB XI, Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands. Keine Rechtsberatung; maßgeblich ist die Entscheidung der Kasse.
Fragen zu Alltagshilfen für Senioren
Saisonale Übersichten: Winterhelfer für Senioren und Garten.
Was sind Alltagshilfen für Senioren?
Alltagshilfen sind Hilfsmittel und kleine Geräte, die gewohnte Tätigkeiten leichter oder sicherer machen, etwa Haltegriffe im Bad, ein Besteck mit dicken Griffen, eine Sockenanziehhilfe oder ein Telefon mit großen Tasten. Ziel ist, dass ältere Menschen möglichst viel weiter selbst erledigen können.
Was ist der Unterschied zwischen Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel?
Hilfsmittel wie Rollator oder Hörgerät gleichen eine Einschränkung aus und laufen über die Krankenkasse, meist mit ärztlicher Verordnung. Pflegehilfsmittel erleichtern die Pflege zu Hause, etwa Einmalhandschuhe oder ein Pflegebett, und laufen über die Pflegekasse. Dafür ist ein Pflegegrad nötig.
Zahlt die Krankenkasse Alltagshilfen?
Für Hilfsmittel, die im Einzelfall nötig sind, kann die Krankenkasse die Kosten übernehmen; man zahlt dann 10 Prozent zu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Kleine Dinge, die als Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens gelten, etwa ein Deckelöffner, zahlt man in der Regel selbst.
Muss ich vor dem Kauf etwas beantragen?
Ja, wenn die Kasse zahlen soll. Zuerst kommen Verordnung oder Antrag, dann die Bewilligung, dann die Lieferung. Wer vorher selbst kauft, bekommt das Geld in der Regel nicht zurück. Das gilt auch für Umbauten in der Wohnung.
Was zahlt die Pflegekasse bei einem Pflegegrad?
Unter anderem Pflegehilfsmittel zum Verbrauch bis zu 42 Euro im Monat und Zuschüsse für die Anpassung der Wohnung bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, jeweils nach Antrag. Stand: Oktober 2026, laut § 40 SGB XI.
Womit fange ich an, wenn vieles schwerer wird?
Mit dem Ort, an dem es am häufigsten hakt. Oft ist das das Bad, weil dort Nässe und tiefe Sitze zusammenkommen. Ein Haltegriff, ein Duschstuhl oder ein Toilettenaufsatz können dort viel ausmachen. Eine Wohnberatung oder der Pflegestützpunkt kann helfen, die Reihenfolge festzulegen.
Wo kann man Alltagshilfen ausprobieren?
Viele Sanitätshäuser haben Ausstellungsräume, in denen man Rollator, Duschstuhl oder Greifzange in die Hand nehmen kann. Wohnberatungsstellen und Pflegestützpunkte beraten oft kostenlos, manche kommen auch nach Hause.

Ich bin Jens Müller. Von 1994 bis 1997 habe ich am Klinikum Mannheim die Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert und danach einige Jahre dort in der Inneren Medizin und Kardiologie gearbeitet. Später habe ich an der Fachhochschule Darmstadt Informatik studiert und als Bachelor of Science (FH) abgeschlossen, heute arbeite ich als Webdesigner. Meinen Vater haben meine Mutter und ich mehrere Jahre zu Hause gepflegt. Ich kenne also beide Seiten: wie Pflege im Krankenhaus abläuft und wie sie zu Hause aussieht.
Auf seniorenmax stelle ich Hilfsmittel vor, die ich aus Klinik und Familie kenne oder deren Maße, Datenblätter und Erfahrungsberichte ich verglichen habe. Ein Labortest ist das nicht. Ein Teil der Links führt zu Partnern, darunter Amazon. Kommt darüber ein Kauf zustande, erhalte ich eine Provision, am Preis ändert das nichts.
